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  • Dirk Barkowski

Faktor Mensch und die Pflicht zur Digitalisierung!



Die Corona-Krise wird gerade zum Beschleuniger der Digitalisierung. Viele deutsche Kommunen waren bereits vor Corona schon sehr weit in diesem Bereich. Auch Bad Münder steht bereits seit 2017 in der gesetzlich verankerten Pflicht, dies bis spätestens 2022 umzusetzen. Bis 2022 ist nun nicht mehr weit und manche sprechen "von der größten Herausforderung in den nächsten Jahren".


Wie weit sind wir hier und ist das ein „Projekt*“?


Als Bewerber für das Bürgermeisteramt mache ich mir auch hierüber bereits Gedanken. Nach meinem Kenntnisstand verlassen wir uns aktuell wieder vollständig auf den Landkreis. „Technisch“ mag das der richtige Schritt sein, aber geht es nur um Technik? Definitiv nicht! Mein erstes großes Digitalisierungsprojekt – eine vollständige SAP-Einführung - durfte ich im Jahr 1997 als „betroffener Anwender“ begleiten. Ich war für einen Teilbereich (Finanzen) verantwortlich. Über ein Jahr haben wir uns vorbereitet, Anforderungen, aktuelle und gewollte Abläufe besprochen, Kapazitäten geplant usw. Wenn ich was aus meinen Projekten in den letzten Jahren lernen durfte, dann dass nicht die „Technik“, sondern der „Mensch“ im Vordergrund stehen muss. Zahlreiche Verwaltungsvorgänge werden wohl langfristig betroffen sein. Mitarbeiter*innen, die seit Jahren, teils Jahrzehnten ihre Routinen entwickelt haben, müssen sich vollständig umstellen. Alles was bisher gut war, wird zukünftig anders sein. Dies wird einige der Stadtmitarbeiter*innen begeistern, viele werden aber auch skeptisch oder auch ängstlich sein. Was kommt da auf mich zu? Schaffe ich das? Hier unterscheidet sich eine Stadtverwaltung nicht von einem „normalen“ Unternehmen. Viele Projekte scheitern, weil der Faktor Mensch vernachlässigt wurde. Akzeptanz, Ressourcen, realistische Terminierung, Zusammensetzung des Projektteams usw. sind für eine erfolgreiche Umsetzung zu berücksichtigen.


Wichtig ist daher, dass alle Mitarbeiter*innen bereits lange vor der technischen Umsetzung eingebunden und motiviert werden, regelmäßig informiert sind und Ihre Fragen und Bedenken „loswerden“ können. Ich würde es begrüßen, wenn die Stadtverwaltung hier bereits vorgearbeitet hat und nicht nur auf den Startschuss für den „technischen Start“ wartet.


Ich freue mich darauf, hier zukünftig meine Erfahrungen im Bereich „Führung, Zusammenarbeit, Projektmanagement und auch bei der Digitalisierung“, als Teil des „Projektteams Digitalisierung“ der Stadtverwaltung einbringen zu können.


*Ganz klar handelt es sich hier um ein „Projekt“: Ein Projekt ist laut gängigen Definitionen ein einmaliges Vorhaben mit einem bestimmten Ziel. Um das Ziel zu erreichen, müssen Handlungen geplant und umgesetzt werden. Das Vorhaben hat einen Beginn und ein Ende.


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