top of page

Sportmilliarde

  • Autorenbild: Dirk Barkowski
    Dirk Barkowski
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Mit der sogenannten „Sportmilliarde“ hat das Land ein umfangreiches Förderprogramm aufgelegt, das bei vielen Kommunen große Erwartungen geweckt hat. Auch in Bad Münder stellt sich die Frage, welche Projekte wir in diesem Rahmen sinnvoll anmelden können, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und wo zugleich die Grenzen solcher Förderprogramme liegen. Im Folgenden stelle ich dar, wie die Stadt Bad Münder mit der „Sportmilliarde“ umgeht und wie ich die aktuellen Anträge und Diskussionen einordne.


Interessenbekundungen der Stadt Bad Münder


Im Rahmen des Förderprogramms „Sportmilliarde“ hat die Stadt Bad Münder fristgerecht eine Interessenbekundung für die Sanierung der Sporthalle im Ortsteil Bakede eingereicht. Das entsprechende Interessenbekundungsverfahren endete am 15. Januar 2026. Derzeit bleibt abzuwarten, ob dieses Projekt im weiteren Auswahlprozess berücksichtigt wird.


Für das Projekt Sanierung der Sanitäranlagen in der Grundschule Eimbeckhausen und der Turnhalle Eimbeckhausen konnte hingegen keine Interessenbekundung abgegeben werden. Der Grund liegt in den Förderbedingungen: Im Verfahren dürfen ausschließlich die Sanierungskosten der Turnhalle angesetzt werden. Diese liegen unterhalb der erforderlichen Mindestfördersumme von 250.000 Euro und erfüllen damit nicht die Voraussetzungen des Programms.


Weitere Projekte plant die Stadtverwaltung derzeit nicht für dieses Förderprogramm.


Einordnung des Antrags von SPD und die Grünen


Der Antrag der Ratsgruppe stellt zunächst eine Umsetzungsplanung dar. Ich gehe davon aus, dass der antragstellenden Ratsgruppe bewusst ist, dass für eine spätere tatsächliche Umsetzung noch zusätzliche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen erfüllt werden müssten.


Als Bürgermeister stehe ich dem Antrag in den Punkten 1 bis 3 grundsätzlich offen gegenüber. Die Bereitstellung von 25.000 Euro für eine Umsetzungsplanung im Jahr 2026 erscheint aus heutiger Sicht finanziell darstellbar und würde der Stadt zunächst eine entsprechende Handlungsfähigkeit eröffnen.


Personelle Ressourcen und Prioritäten


Ob eine anschließende praktische Umsetzung möglich wäre, hängt jedoch maßgeblich von den personellen Kapazitäten der Verwaltung ab. Aufgrund der derzeit zahlreichen und langfristig geplanten Hochbauprojekte bin ich hier aktuell eher zurückhaltend.


Eine besondere Rolle spielt dabei die Sanierung der Turnhalle Bakede. Sollte bis Ende Mai eine verbindliche Förderzusage vorliegen, würde dieses Projekt wie vorgesehen umgehend gestartet. Sollte bis dahin keine Förderzusage vorliegen, müsste entschieden werden, ob ein Baubeginn ohne Fördermittel im Jahr 2026 möglich ist oder ob eine Verschiebung auf 2027 erforderlich wird.


Sobald hierzu Planungssicherheit besteht, kann aus meiner Sicht eine Neubewertung von Prioritäten und Ressourcen erfolgen. In diesem Zusammenhang könnte dann auch das Thema einer Umsetzungsplanung für Kunstrasen- und Basketballplätze erneut aufgegriffen werden.


Grundsätzliche Herausforde-rungen bei Förderprogrammen


Dieses Beispiel verdeutlicht erneut eine grundsätzliche Herausforderung im Umgang mit Fördermitteln: Kommunen haben kaum Einfluss auf Dauer und Ausgang der Verfahren und sind vollständig von externen Entscheidungen abhängig.


Das Förderprogramm ist grundsätzlich zu begrüßen. Der Begriff „Sportmilliarde“ weckt jedoch Erwartungen, die angesichts der erheblichen Investitionsrückstände in den Kommunen realistisch nur schwer zu erfüllen sind. Ich bin daher gespannt, in welchem Umfang die Mittel letztlich tatsächlich bei den Städten und Gemeinden ankommen.


Zur Leichtathletikanlage der TUSPO


Eine Beantragung der Sanierung der Leichtathletikanlage der TUSPO sehe ich derzeit weiterhin kritisch. Aus meiner Sicht besteht zunächst Klärungsbedarf, wie sich der aktuelle Zustand der Anlage vor dem Hintergrund der regelmäßigen Zuschüsse des Landkreises sowie der mir gegenüber bisher getätigten Aussagen der Vereinsführung erklären lässt.


Hier würde ich mir wünschen, dass seitens der Antragsteller gemeinsam mit den Vereinsverantwortlichen eine sachliche Bestandsaufnahme und Bewertung erfolgt, bevor weitere Schritte diskutiert werden.


Mir ist wichtig, dass Entscheidungen transparent, realistisch und unter Berücksichtigung der tatsächlichen Möglichkeiten unserer Stadt getroffen werden. Nur so können wir verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln umgehen und langfristig tragfähige Lösungen für Bad Münder entwickeln.


Viele Grüße

Dirk Barkowski

 
 
 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


bottom of page