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Winterdienst!

  • Autorenbild: Dirk Barkowski
    Dirk Barkowski
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 8 Stunden


Wenn die meisten noch schlafen, wird bereits fleißig gearbeitet!


Liebe Bürgerinnen und Bürger,


viele freuen sich, dass es endlich mal wieder schneit.


Schneefall hat zahlreiche positive Effekte auf die Natur. Zusätzlich speichert er Wasser und gibt es beim Schmelzen gleichmäßig ab. Nebenbei können unsere kleinen und großen Kinder endlich mal wieder Schlitten fahren ;-)


Winterwetter hat aber auch seine Herausforderungen


Es schneit und wenn nicht in kürzester Zeit alle Schneeflocken von allen Straßen, Bürgersteigen und Radwegen weggeräumt sind oder jede Eisfläche gestreut ist, melden sich schon die ersten Unzufriedenen im Rathaus. Hinweise auf zu spätes räumen, zu frühes räumen, zu wenig Salz, zu viel Salz....

 

Eine kurze sachliche Einordnung

 

Kommunen haben Aufgaben – Winterdienst, Streupläne, sichere Hauptverbindungen. Doch auch diese Pflichten haben Grenzen. Verkehrssicherungspflicht bedeutet vernünftige Organisation und nicht unrealistische Erwartungen.

 

Zunächst möchte ich als Bürgermeister Danke sagen. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen, die aktuell im Winterdienst im Einsatz sind: Den Mitarbeitenden unserer Stadtverwaltungen, den Kolleginnen und Kollegen der Straßenmeistereien sowie den Landwirten, Dienstleistern und weiteren Unterstützern, die mit Technik, Zeit und Einsatzbereitschaft helfen. Sie leisten diese Arbeit nachts, frühmorgens, spätabends, an Wochenenden und Feiertagen – oft unter schwierigen Bedingungen. Dieser Einsatz verdient Respekt.

 

Wenn Schnee fällt oder Blitzeis auftritt, entsteht häufig der Eindruck, die Stadt müsse überall sofort und perfekt reagieren. Das entspricht weder der Realität noch der Rechtslage. Kein Bauhof – egal wie gut organisiert – kann zeitgleich jede Straße, jeden Gehweg und jede Ecke der Stadt bedienen.

 

Der Winterdienst folgt klaren Prioritäten:

 

-          Hauptverkehrsstraßen und Gefahrenstellen zuerst

-          Steigungen, Schulwege und zentrale Plätze vorrangig

-          Nebenstraßen und weniger frequentierte Wege unregelmäßig und nachgeordnet

-          Das ist kein Ausdruck von Nachlässigkeit, sondern von Verantwortung und Organisation

 

Verkehrssicherungspflicht heißt nicht Gefahrlosigkeit

 

Die Stadt Bad Münder hat eine Verkehrssicherungspflicht. Das bedeutet: Wir müssen vorhersehbare Gefahren im zumutbaren Rahmen minimieren. Es bedeutet ausdrücklich nicht, dass es jederzeit und überall schnee- und eisfrei sein muss.

 

Gerade bei Blitzeis entstehen innerhalb weniger Minuten gefährliche Situationen. Wer erwartet, dass in diesem Moment sofort jede Fläche gestreut ist, erwartet Unmögliches. Auch das Recht verlangt keine Wunder, sondern ein strukturiertes, nachvollziehbares Handeln.

 

Winterdienst ist auch Bürgersache

 

Was häufig vergessen wird: Der Winterdienst ist nicht allein Aufgabe der Kommune. In Bad Münder – wie in vielen Städten – sind Grundstückseigentümer per Satzung verpflichtet, die Gehwege vor ihrem Grundstück zu räumen und zu streuen.

 

Das heißt konkret:

 

-          Nicht „die Stadt“ ist für jeden Gehweg zuständig

-          Anlieger müssen einen sicheren Durchgang schaffen

-          Perfektion ist nicht gefordert, Sicherheit schon

-          Ohne diese Mithilfe wäre ein funktionierender Winterdienst schlicht nicht machbar.


Hier erneut meine dringende Bitte dieser Verpflichtung nachzukommen. 


Streusalz: Sicherheit versus Umwelt

 

Eine weiterhin diskutiertes Thema ist der Einsatz von Streusalz. Ja, Salz belastet Umwelt, Pflanzen und Infrastruktur. Gleichzeitig ist es bei Eis das wirksamste und schnellste Mittel, um schwere Unfälle zu verhindern.

 

Deshalb gilt auch hier:

 

-          Salz wird gezielt eingesetzt, nicht wahllos

-          An Gefahrenstellen hat Sicherheit Vorrang

-          Alternativen wie Splitt sind nicht überall ausreichend

-          Absolute Salzfreiheit klingt gut, funktioniert aber nicht in jeder Lage

 

In Bad Münder gibt es keine Regelung, die den Einsatz von Streusalz untersagt. In der geplanten Überarbeitung der Straßenreinigungssatzung kann dieses Thema aus meiner Sicht mit aufgenommen und politisch beraten und beschlossen werden.

 

Weniger Empörung, mehr Realitätssinn

 

Pauschale Vorwürfe, rückblickende Besserwisserei und gegenseitige Schuldzuweisungen helfen niemandem – schon gar nicht bei Eisglätte.

 

Unser Winterdienst ist organisiert im Einsatz. Er arbeitet nach Prioritäten, mit Augenmaß und unter realen Bedingungen. Wer absolute Sicherheit verlangt, verlangt etwas, was es im Winter nicht gibt.

 

Zum Schluss

 

Winter ist für die meisten schön aber auch anstrengend. Anstrengend für die, die arbeiten, genauso wie für die, die unterwegs sind. Ein wenig mehr Verständnis, Sachlichkeit und gegenseitiger Respekt würden uns allen helfen, besser durch diese Tage zu kommen.

 

Gemeinsam statt gegeneinander durch den Winter!

 

Informationen zu Straßenreinigungsverordnung der Stad Bad Münder können im Internet unter:


 

Viele Grüße

Ihr Bürgermeister

Dirk Barkowski


 
 
 

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