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wirtschaftlichkeitscheck!

  • Autorenbild: Dirk Barkowski
    Dirk Barkowski
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Liebe Bürgerinnen und Bürger,


heute wurde öffentlich im Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt das Ergebnis der Experten zur Machbarkeit und zum Wirtschaftlichkeitsvergleich vorgestellt.


Rückblick und Ausgangslage


Am 21.09.2025 wurde per Ratsbürgerentscheid beschlossen, dass die Stadtverwaltung zwei Varianten prüfen und wirtschaftlich gegenüberstellen soll: die Varianten „Sparkasse und Steinhof“ sowie die Option eines möglichen Neubaus.


Dank an die Stadtverwaltung


Bevor ich zum inhaltlichen Ergebnis komme, möchte ich mich ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung bedanken. Sie haben in dieser Sache mit großem Einsatz, Sorgfalt und Fachlichkeit gearbeitet. Dieses Ergebnis ist auch ihr Verdienst, denn gerade in komplexen Projekten entscheidet eine zuverlässige Vorbereitung über die Qualität der Entscheidungen.


Warum es zu den Bürgerentscheiden kam


Ausgangspunkt war ein Bürgerbegehren mit dem Ziel, eine Umsetzung der Variante „Umbau der alten Grundschule“ in die Diskussion zu bringen bzw. einen Rathausneubau zu verhindern. Nachdem sich im Verlauf des Verfahrens die Rahmenbedingungen geändert hatten, hat die Stadtverwaltung der Politik vorgeschlagen, die Variante „Sparkasse und Steinhof“ im Vergleich zu einem Neubau zu prüfen, bevor eine endgültige Festlegung getroffen wird. Dieser Vorschlag wurde vom Rat einstimmig aufgegriffen und ein paralleler Ratsbürgerentscheid wurde angestoßen.


Damit war das Ziel verbunden, die Variantenentscheidung auf eine belastbare Grundlage zu stellen und die Frage „welche Lösung ist unter den gegebenen Bedingungen dauerhaft wirtschaftlich und umsetzbar?“ sauber zu beantworten.


Die Variante eines Umbaus der alten Grundschule war in meiner Bewertung zu keinem Zeitpunkt eine realistische Option, für die ich finanzielle Mittel und Ressourcen der Stadtverwaltung hätte einsetzen wollen.


Ergebnis der Prüfungen


Die Variante „Sparkasse und Steinhof“ wurde durch ein beauftragtes Architekturbüro nach dem Ratsbürgerentscheid ergebnisoffen und mit hoher Sorgfalt geprüft und vorbereitet. Für die Variante „Sparkasse und Steinhof“ zeigt die heute vorgestellte Machbarkeitsstudie: Eine Umsetzbarkeit der Nutzung ist grundsätzlich möglich. Gleichzeitig handelt es sich um ein anspruchsvolles Bestands- und Denkmalvorhaben.


Fachplanerische Bewertungen verweisen insbesondere auf vertiefende Untersuchungs- und Maßnahmenbedarfe in Bereichen der Bestandskonstruktionen sowie auf zusätzliche Anforderungen im Zusammenhang mit Brandschutz, Bauphysik/Energie und technisch notwendige Anpassungen. Diese Punkte beeinflussen die Planbarkeit – und damit die Wirtschaftlichkeit – der Gesamtvariante.


Besonders hervorzuheben ist außerdem: Im ehemaligen Sparkassengebäude wurden im historischen Teil deutliche, bislang nicht bekannte Schäden festgestellt. Eine Sanierung wäre daher nicht nur ein Umbau, sondern auch mit einem erheblichen Aufwand zur Behebung von Substanz- und Konstruktionsproblemen unter Denkmalschutzbedingungen verbunden.


Für die Bestandsvariante „Sparkasse und Steinhof“ wurden prognostizierte Gesamtkosten in Höhe von 13.333.612 € ermittelt (inklusive Kauf- und Nebenkosten; Ausstattung nicht enthalten).


Demgegenüber liegt die Neubau-Variante bei prognostizierten Investitionen in Höhe von 12.235.018 €. Dabei wurde die vorliegende Variante Neubau rechnerisch auf die Vergleichsanforderungen angepasst.


Daraus folgt eine Investitionsdifferenz von 1.098.594 € zugunsten des Neubaus. Im ersten Schritt ist daher festzustellen: Die Variante „Sparkasse und Steinhof“ ist grundsätzlich machbar, der Rathaus-Neubau ist allerdings die Variante mit der geringeren Investition:


 

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung als Gesamtbewertung (Punktemodell)


Statt eines reinen Investitionsvergleichs wurde aber eine umfassende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung als Gesamtbewertung durchgeführt.


Berücksichtigt und eingeflossen sind wesentliche Faktoren wie:


  • Investitionskosten

  • Betriebskosten

  • Lebenszykluskosten

  • Förderfähigkeit

  • Bau- und Kostenrisiken

  • ökologische Qualitäten / Nachhaltigkeit

  • Funktionalität und Abläufe

  • Barrierefreiheit

  • sowie soziokulturelle, städtebauliche Aspekte und Identität


Hier gewinnt ebenfalls die Neubau-Variante mit 4,05 von 5,0 möglichen Punkten. Die Sanierung der Variante „Sparkasse/Steinhof“ erreicht 3,16 Punkte.


Im Ergebnis zeigt die Bewertung damit deutliche Vorteile für die Neubau-Variante:

 


Auftrag und weiterer Weg


Der erste Auftrag aus dem erfolgreichen Ratsbürgerentscheid vom 21.09.2025 ist damit erfüllt. Die heute vorgestellten Ergebnisse bilden jetzt die Grundlage für die weitere Beratung im Verwaltungsausschuss sowie abschließend im Rat.


Sachlicher Umgang mit dem Ergebnis


In den letzten rund 1,5 Jahren gab es in der Sache unterschiedliche Standpunkte und teils auch unsachliche Diskussionen. Umso wichtiger ist jetzt, dass das vorliegende fachliche Ergebnis als Grundlage für die weiteren Entscheidungen akzeptiert und weiterverarbeitet wird.


Es wurden richtigerweise Fachleute eingebunden. Das vorliegende Ergebnis ist belastbar und bietet eine klare Grundlage für das weitere Vorgehen.


Mir als Bürgermeister geht es dabei um mehrere Ziele: ein angemessenes Umfeld für unsere Mitarbeitenden zu schaffen und als attraktiver Arbeitgeber verlässlich handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig braucht Bad Münder eine dauerhaft wirtschaftliche und tragfähige Lösung für die Zukunft.


Ich würde es begrüßen, wenn alle Beteiligten die Ergebnisse nun als Grundlage für die nächsten Schritte akzeptieren und sachlich weiterarbeiten.


Vielen Dank an den beauftragten Sachverständigen sowie an die Architekturbüros aus Hannover für die konstruktive Zusammenarbeit in einem nicht ganz gewöhnlichen Projekt.


Viele Grüße


Ihr Bürgermeister

Dirk Barkowski




 
 
 

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